Mauren auf Ibiza

Im 8. Jahrhundert wurde Ibiza von den Mauren erobert. Die arabischen Mauren, die fast 500 Jahre lang auf der Insel ansässig waren, nannten die Insel Yebisah. Die Eroberung Ibizas fand unter dem Feldherrn Tarik statt. Jedoch dauerte die Festigung der maurischen Herrschaft über die Insel noch bis ins 10. Jahrhundert an. So wurde

die Herrschaft zum Beispiel im Jahre 859 von einem Raubzug der Wikinger erheblich gestört. Die Mauren gaben dem Inselgebiet der Balearen den Namen Las Islas Orientales de Al-Andalus, was übersetzt Inseln östlich von Andalusien bedeutet. Ibiza gehörte zum Kalifat von Cordoba. Im Jahre 1009 wurden den Balearen zusammen mit der an der Küste Spaniens befindlichen Stadt Denia der Titel unabhängiges Königreich verliehen. Die arabischen Mauren konnten ihre Herrschaft noch lange recht stabil aufrechterhalten. Erst im Jahre 1229 erfolgte die Eroberung durch die Katalanen. Noch heute spürt man die Einflüsse der Kultur der Mauren.

Besonders im Inseldialekt findet man die arabische Geschichte wieder. Aber auch die Bauweise der Häuser, die Musikinstrumente, die Trachten und Tänze auf der Insel spiegeln die islamischen Einflüsse wider. Die Mauren bauten auf dem Hügel von Ibiza-Stadt eine große Moschee. Ebenso verstärkten sie die Stadtmauern. Noch heute kann man Teile dieser Mauern bewundern. Die Mauren verhalfen der Insel zu einer Blütezeit. Sie sorgten dafür, dass die Salzfelder wieder ihre Arbeit aufnahmen. Ebenso erfuhr die Landwirtschaft dank eines hervorragenden Wassersystems einen Aufschwung. Dank des reichlichen Fischvorkommens war für das Auskommen der Inselbewohner gesorgt. Unter der Herrschaft der Mauren herrschte sogar Religionsfreiheit. Die Araber verbesserten nicht nur die Lebensumstände, sondern förderten ebenso die Kunst und Kultur auf der Insel.