Moderne Architektur Ibizas

Der außergewöhnliche Kolonialstil hielt sich auf Ibiza noch bis 1930. Bis in diese Zeit wurde ebenfalls im Stil des Modernismo gebaut. Ausschließlich in diesem Stil errichtete Bauwerke findet man auf Ibiza nicht. Und doch ist der Stil an einigen Gebäuden auf dem Passeig de Vara de Rey klar erkennbar. Nach 1930

orientierten sich die Architekten mehr und mehr an den Stilen, wie sie in den Baustilen in den großen Städten Europas verwendet wurden. In dieser Zeit entstanden viele der prächtigen Stadthäuser. Doch auch der ländliche ibizenkische Baustil fand zu der Zeit immer mehr Beachtung. Als in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts mehr und mehr die Touristen Ibiza für sich entdeckten, mussten Unterkünfte für diese geschaffen werden. Aus dieser Zeit stammen die Bausünden in Form der großen Hotels, die wie überaus hässliche Betonklötze in der Gegend herumstehen. Doch man erkannte, dass diese Klötze die Umgebung verschandelten.

Somit erinnerte man sich des ibizenkischen Baustils, der weit mehr landschaftsangepasst war als die vorher errichteten großen Hotelblöcke. Seit Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts versucht man in der Bauweise auf Ibiza wieder verstärkt, die alten Kulturen, die einst auf der Insel lebten und von deren Anwesenheit nicht viel übrig geblieben ist, in das bauliche Erscheinungsbild zu integrieren. Hierbei wird versucht, die Elemente der verschiedenen Epochen in eine funktionale Bauweise aufzunehmen. Ibiza wurde im Laufe der Geschichte mehrere Male besetzt. Jeder neue Besatzer machte sich über die Bauwerke des vorherigen Herrschers her und errichtete darauf neue Gebäude. Somit blieben, bis auf ein paar Grundmauern aus der römischen Zeit, kaum Exponate aus früheren Zeiten übrig.