Piraten auf Ibiza

Christoph Kolumbus machte sich Ende des 15. Jahrhunderts auf, um einen Seeweg nach Indien zu finden. Mit Entdeckung der neuen Welt verlor der Mittelmeerhandel immer mehr an Bedeutung. Davon waren auch die Balearen betroffen. Die Regierenden, die vom Festland aus agierten, verloren das Interesse an Ibiza. Die Insel, die

weitestgehend unbefestigt war, wurde in dieser Zeit immer wieder Ziel der Angriffe von Piraten. Die Piraten raubten Menschen, um sie auf Sklavenmärkten verkaufen zu können. Somit waren die Bewohner Ibizas gezwungen, die Insel zu befestigen. In dieser Zeit entstanden die Wachtürme, von denen man einzelne Exemplare noch heute bestaunen kann. Die gesamte Insel wurde an der Küstenlinie mit den Türmen bebaut. So hatte jeder Turm Sichtweite zu einem anderen Turm. Näherten sich Piraten der Insel, so wurde auf dem Turm, der die Piraten entdeckte, ein Feuer entfacht. Der Turm nebenan nahm das Feuer war und entzündete ebenfalls eines, das wiederum von seinem Nachbarturm gesehen wurde.

Auf diese Weise informierte jeder Turm den Nachbarturm, sodass die gesamte Insel schließlich vor der Annäherung der Piraten gewarnt wurde. Ebenfalls in dieser Zeit begannen die Ibizenkos damit, die Kirchen auszubauen zu Wehrkirchen. Man baute befestigte Mauern um die Kirchen. Zum Teil gab es sogar Kanonen auf den Dächern. Warnten dann die Wachtürme mit ihren Feuern vor den Piraten, suchten die Menschen schnell Zuflucht in den Wehrkirchen. Ebenfalls in dieser Zeit entstanden die Stadtmauern um Ibiza-Stadt. Der Baumeister dieser beeindruckenden Anlage war Calvi. Diese Stadtmauern haben die Zeiten überdauert und sorgen noch heute für einen imposanten Eindruck der Altstadt von Ibiza-Stadt. Inzwischen gehört die Altstadt von Ibiza mit den Stadtmauern zum Weltkulturerbe der UNESCO.